Leider kennt fast jeder Koi-Besitzer diese Situationen:
Die Kois benehmen sich irgendwie anders, als der Teichbesitzer es gewohnt ist. Sie fressen nicht wie üblich, sondern nörgeln am Futter appetitlos herum. Sie liegen fast apathisch im Wasser. Oder genau das Gegenteil ist der Fall: Die Fische machen mit sehr abrupten und seltsamen Schwimmbewegungen auf sich aufmerksam. Sie springen – ähnlich den Delphinen – regelrecht aus dem Wasser.
Manchmal fällt dem aufmerksamen Beobachter auch etwas direkt an den Fischen auf. Da bildet sich ein sehr abschreckendes „Haarkleid“ auf den Schuppen. Bei hellen Kois wird bemerkt, dass sich die hellen Schuppen rot, manchmal fast blutig, gefärbt haben. Ebenso oftmals auch die Flossen. Der wunderschöne Koi-Körper hat entsetzliche Löcher. Das Maul eines Kois sieht wund und fürchterlich angefault aus. Es gibt noch viele weitere Beispiele, die wir hier aber nicht alle benennen wollen.
Klar ist, der verantwortungsbewusste Koi-Liebhaber ist entsetzt und will seinen wunderschönen Teichbewohnern möglichst schnell helfen.
Ganz schnelle Koi-Hilfe – leider oft eine Herausforderung
Immer wieder erlebt das Team der Koifarm Straeten, dass besorgte und manchmal sogar fast verzweifelte Teichbesitzer versuchen, ihre Kois in Eigenregie zu heilen. Nach den Auffälligkeiten der Kois, die sich im Verhalten oder aber auch bei Inaugenscheinnahme ergeben, wird oftmals im Internet nach einer möglichen Ursache bzw. einem passenden Fachbegriff gesucht. Hier wird der Suchende sehr schnell fündig. Viele Menschen haben es sich zur Leidenschaft gemacht, ihr Wissen in den entsprechenden Foren bzw. auf den entsprechen Internetseiten zur Verfügung zu stellen. Wie fundiert dieses Wissen allerdings ist, geht aus den Darstellungen nicht hervor. Eine „Fern-Diagnose“ ist so schnell gestellt. Dann wird noch genauso schnell ein „Mittel“ – oftmals auch über das breite Angebot im Internet – organisiert. Dieses Mittel wird dann ganz schnell in den Teich gegeben. Mit ganz viel Glück funktioniert nun auch alles gut.
Selbstdiagnose ist oftmals Glückssache
Aber leider ist das Glück bei solchen Aktionen nur selten mit an Bord. Die erste Frage, die sich hier immer stellt, ist: Wie korrekt ist die selbst durchgeführte Diagnose? Leider ist die Fehlerquote hier oftmals sehr hoch. Die Konsequenz: Es wird ein Mittel in den Teich gegeben, dass den Kois überhaupt nicht helfen kann.
Die zweite Frage ist: Selbst, wenn die Diagnose richtig ist, ist das erworbene Präparat auch tatsächlich für die jeweilige Teichsituation das richtige? Sind die Wechselwirkungen mit Wasserwerten, Temperatur, Luftdrucksituation, usw. bekannt? Und wird dies in der Anwendung und Dosierung auch berücksichtigt?
Im Handel (besonders über Internetkanäle) werden durchaus auch Teich-Mittel vertrieben, die nicht immer nur fischverträglich sind. Weitere Frage sind auch: Gibt es neben den Kois noch weitere Fischarten im Becken? Nicht alle Fischarten reagieren positiv auf eine jeweilige Dosierung. Lässt das erworbene Mittel die Filterbakterien in Ruhe? Oder tötet es sich womöglich ab? Der erfahrene Koi-Liebhaber weiß, was dies für seinen Teich bedeuten würde. Zu dem schlechten Gesundheitszustand der Kois, käme dann noch ein kompletter Filter-Exitus hinzu. Ein echter Albtraum!
Besser den Fachmann befragen
Dinge können sich in dem komplexen Element „Wasser“ sehr rasant entwickeln. Der Koi-Liebhaber kann oftmals die umfassenden (Aus-)Wirkungen gar nicht ausnahmslos beurteilen. Er möchte verständlicherweise seinen geliebten Fischen aber so schnell wie möglich helfen.
Die einfachste Lösung: Einen echten Fachmann hinzuziehen! Dieser wird immer einen Blick auf die Wasserwert werfen. Er wird die Fische bei Bedarf untersuchen und sich z.B. auch einen Abstrich unter dem Mikroskop anschauen. Erst, wenn wirklich sicher ist, womit die Kois zu kämpfen haben, wird er eine Empfehlung aussprechen. Er wird auch, wenn erforderlich, weitere Hinweise zum Betreiben des Teiches während der Behandlungsphase geben. Er wird über einen erhöhten Belüftungsbedarf, nachfolgende nötige Wasserwechsel, usw. informieren.
Eine erfolgreiche Behandlung kann allerdings immer nur dann durchgeführt werden, wenn nicht schon vorher irgendwelche Substanzen in das Wasser gegeben wurden. Eine Kombination von diversen Mitteln im Teich kann einen Cocktail verursachen, der die Kois – ganz vorsichtig formuliert – noch weiter schädigt.
Fazit: Diagnose und Anwendung von Substanzen im Teich besser dem Fachmann überlassen.