Sommer 2019 – Hochkonjunktur für Würmer im Koiteich

In diesem Sommer leiden viele Kois unter einem massiven Wurmbefall. Auslöser sind vielerorts die extremen Witterungsbedingungen mit Tagestemperaturen über 40°C im Schatten und nur sehr geringen Abkühlungen (teilweise kaum unter 30°C) in der Nacht.

Gewässer, die nicht im Schatten liegen und keine große Tiefe haben, heizen sich jetzt recht schnell auf. Die Sauerstoffkonzentration nimmt ab. Nun gilt es, eine ausreichende Belüftung für die Teiche sicherzustellen. Steht der Lüfter jetzt aber ebenfalls im Außenbereich, womöglich sogar noch in der prallen Sonne, wird hier noch zusätzlich Wärme in den Teich gepumpt. Ein Teufelskreis!

Wurmbefall Koi

Wurmbefall beim Koi – Ein Blick durch das Mikroskop

Auch andere Tiere haben Durst. Und so suchen tagsüber durchaus auch einmal Tauben und andere Gartenbewohner den Teich auf, um ihren Durst zu stillen. In der Nacht geht es dann weiter. Jetzt sind die nachtaktiven Tiere durstig und kommen zum Teich. Sie alle können Verunreinigungen mitbringen.

Die Fische sind bei hohen Temperaturen sehr aktiv. Jeder Teichbesitzer freut sich darüber und viele füttern ihre Fische nun auch sehr üppig. Die Fische wachsen und gedeihen.

Die Filter werden dabei aber stark in Anspruch genommen und müssen eine optimale Arbeitsleistung bringen, um das Wasser sauber halten zu können. Und das alles bei hochsommerlichen Temperaturen!

Die gesamte Biologie muss auch bei solchen extremen Bedingungen im Gleichgewicht gehalten werden. Tritt aber ein Ungleichgewicht auf (z.B. durch schlechte Wasserbedingungen, geringe Sauerstoffkonzentration, Überbesatz oder große Mengen organischer Belastung) freuen sich diverse Parasiten: allen voran die Haut- und Kiemenwürmer!

Würmer ernähren sich von der Haut bzw. von den Kiemen der Fische. Sie verursachen massive Reizungen und dadurch eine heftige Schleimproduktion. Die Würmer verankern sich mit ihren Haken in den Fischen und schädigen so die Haut. Als würde dies nun schon nicht reichen, können sie außerdem bakterielle Infektionen übertragen. Betroffene Kois können so binnen kürzester Zeit sehr krank werden und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Schnelle Hilfe ist bei Wurmbefall gefragt.

Wurmbefall Koi

Stark vergrößerter Wurm

Bei den betroffenen Teichen muss so schnell wie möglich wieder für gute Wasserwerte gesorgt werden. Eine gleichzeitige Kühlung wird durch langsame und behutsame Wasserwechsel (Achtung: kommt das Frischwasser aus einem Brunnen muss hier unbedingt vorher die Wasserqualität getestet werden!) herbeigeführt. Ein langsames, auf gar keinen Fall zu schnelles Auffüllen mit Frischwasser ist erforderlich, damit die Fische nach der Hitze nun auf gar keinen Fall unterkühlt werden. Zu schnelle Temperaturwechsel sind ebenfalls sehr schädlich!

Die Belüftung muss kontrolliert und ggfls. korrigiert werden.
Merke: Ein Bachlauf oder ein kleiner Springbrunnen reichen für die Sauerstoffversorgung der Kois nicht aus!
TIPP: Ein Reservelüfter sollte, besonders bei großen Teichanlagen, immer verfügbar sein und bei Bedarf schnell zusätzlich eingeschaltet werden können.

Kois gegen Würmer behandeln.

Gegen den Parasitenbefall kommen nun entsprechende Mittel zum Einsatz. Hier wird unterschieden, ob es sich um eierlegende oder lebend gebärende Würmer handelt. Je nach der Art des Befalls muss eine zweite Behandlung folgen, damit auch der nächsten Generation Würmer die Chance für einen Neubefall der Kois genommen wird.